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Warum Frauen anders schwitzen als Männer

Warum Frauen anders schwitzen als Männer

LS
Leo Schollmeyer
Business Development LOOSH · Lesezeit 8 Minuten

Frauen schwitzen im Durchschnitt etwa halb so viel wie Männer, was jedoch hauptsächlich auf Körpergröße und nicht auf das Geschlecht zurückzuführen ist.

Zwei Menschen laufen dieselbe Runde bei denselben Temperaturen. Er hat nach zwanzig Minuten ein durchgeschwitztes Shirt, sie kommt fast trocken an.

Das sieht nach einem Vorteil aus. Weniger Schweiß, weniger Verlust, weniger Nachschub nötig.

Die Studienlage sagt etwas anderes. Frauen schwitzen tatsächlich im Mittel weniger und beginnen später damit. Nur ist der Vorrat, aus dem dieser Verlust geht, ebenfalls kleiner. Und bei Hitze sind Frauen nicht im Vorteil, sondern eher im Nachteil.

TL;DR/Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Frauen schwitzen beim Sport durchschnittlich 0,57 Liter pro Stunde, Männer etwa 1,2 Liter. Der Unterschied wächst mit der Belastungsintensität.
  2. Frauen beginnen erst bei höherer Körpertemperatur zu schwitzen, laut einer Untersuchung der Universitäten Osaka und Kobe an 37 Personen (Ichinose-Kuwahara et al., 2010, Experimental Physiology).
  3. Der Wasseranteil am Körpergewicht liegt bei Frauen bei 52 bis 55 Prozent, bei Männern bei rund 60 Prozent. Der kleinere Verlust geht also aus einem kleineren Vorrat.
  4. Das Geschlecht selbst erklärt davon wenig. Eine australische Auswertung führt höchstens fünf Prozent der Unterschiede auf das Geschlecht zurück. Den größeren Teil erklären Körpergröße und Körperform.
  5. Bei Hitze sind Frauen eher im Nachteil. In einer AOK-Befragung unter mehr als 3.000 Personen berichteten 36,6 Prozent der Frauen von hitzebedingten Beeinträchtigungen, bei den Männern waren es 29,3 Prozent.
  6. Ein Stick LOOSH enthält rund 400 Milligramm Natrium, also etwa ein Gramm Salz. Das ist an einem Körper von 60 bis 70 Kilo ausgerichtet, nicht an mehrstündiger Belastung bei 90 Kilo.

Definitionen

  • Schweißrate: Die Menge an Schweiß, die der Körper pro Zeiteinheit produziert, üblicherweise gemessen in Litern pro Stunde.
  • Schwitzschwelle: Die Körpertemperatur, ab der die Schweißdrüsen aktiv werden und mit der Schweißproduktion beginnen.
  • Elektrolytgleichgewicht: Das ausgewogene Verhältnis von Mineralstoffen wie Natrium, Kalium und Magnesium im Körper, das für normale Zellfunktionen notwendig ist.

Inhalt

  1. Was die Studienlage tatsächlich zeigt
  2. Warum weniger Schweiß kein Vorteil ist
  3. Was das Geschlecht wirklich erklärt
  4. Warum Hitze Frauen trotzdem stärker zusetzt
  5. Was das praktisch heißt

1. Was die Studienlage tatsächlich zeigt

Frauen schwitzen im Mittel weniger als Männer und ihre Schweißdrüsen springen erst bei höherer Körpertemperatur voll an. Das ist der Befund einer Untersuchung der Universitäten Osaka und Kobe (Ichinose-Kuwahara et al., 2010, veröffentlicht in Experimental Physiology, mit 37 Teilnehmern bei 30 °C und 45 % Luftfeuchtigkeit).

Der Aufbau war einfach. 37 Freiwillige, aufgeteilt in trainierte und untrainierte Frauen und Männer, fuhren eine Stunde bei 30 Grad und 45 Prozent Luftfeuchtigkeit auf dem Ergometer. Die Intensität stieg in drei Stufen. Gemessen wurde die Schweißproduktion an Stirn, Brust, Rücken, Unterarm und Oberschenkel.

Zwei Dinge fielen auf. Männer schwitzten früher und mehr, und der Abstand wurde größer, je härter die Belastung wurde. Und die Schwelle, ab der die Schweißdrüsen voll arbeiten, lag bei Frauen höher, bei untrainierten Frauen am höchsten.

Beim Gesamtvolumen nennt die US-amerikanische National Strength and Conditioning Association rund 0,57 Liter Schweiß pro Stunde für Frauen und etwa 1,2 Liter für Männer beim Sport. Das ist grob der Faktor zwei.

Merkmal Männer im Mittel Frauen im Mittel
Schweißrate beim Sport ca. 1,2 l pro Stunde ca. 0,57 l pro Stunde
Beginn des Schwitzens bei niedrigerer Körpertemperatur erst bei höherer Körpertemperatur
Wasseranteil am Körpergewicht rund 60 Prozent 52 bis 55 Prozent
Effekt von Ausdauertraining aufs Schwitzen deutlich schwächer ausgeprägt

Schweißraten nach Angabe der National Strength and Conditioning Association, Schwitzschwelle und Trainingseffekt nach der Untersuchung aus Osaka und Kobe, Wasseranteil nach dem MSD Manual. Alle Werte sind Mittelwerte über Gruppen, keine Aussage über eine einzelne Person.

Kernaussage: Frauen schwitzen im Mittel etwa halb so viel wie Männer und beginnen erst bei höherer Körpertemperatur damit.

2. Warum weniger Schweiß kein Vorteil ist

Ein kleinerer Verlust ist nur dann ein Vorteil, wenn der Vorrat gleich groß bleibt. Genau das ist hier nicht der Fall. Wasser macht bei Frauen 52 bis 55 Prozent des Körpergewichts aus, bei Männern rund 60 Prozent. Das liegt an der Körperzusammensetzung, denn Fettgewebe enthält weniger Wasser als fettfreies Gewebe.

Rechne das an einem Beispiel durch. Eine Frau mit 65 Kilo trägt etwa 34 bis 36 Liter Wasser mit sich. Ein Mann mit 85 Kilo kommt auf rund 51 Liter. Ein halber Liter Schweiß ist damit für sie ein spürbar größerer Anteil ihres Bestands als für ihn.

Dasselbe gilt für die Mineralstoffe, die mit dem Schweiß hinausgehen. Der absolute Verlust an Natrium fällt bei weniger Schweiß niedriger aus. Gemessen am Gesamtbestand des Körpers bleibt er ähnlich groß.

Befund Häufige Annahme Wissenschaftliche Erklärung
Frauen schwitzen im Mittel halb so viel weniger Bedarf Der Vorrat ist ebenfalls kleiner
Schwitzen beginnt später effizientere Kühlung Die Kühlung setzt später ein
Weniger Natrium im Schweiß Elektrolyte weniger wichtig Kleiner dosiert: 400 statt 1.000 mg

Drei Befunde zum Schwitzen bei Frauen, der jeweils naheliegende Schluss daraus und das, was tatsächlich folgt.

In Worten: Frauen schwitzen im Mittel etwa halb so viel, verfügen aber auch über einen kleineren Wasservorrat. Sie beginnen später zu schwitzen, kühlen deshalb später. Und sie verlieren absolut weniger Natrium, was nicht gegen Elektrolyte spricht, sondern für eine kleinere Portion.

Was Natrium, Kalium und Magnesium im Körper überhaupt tun, steht im Grundlagenartikel.

Kernaussage: Der kleinere Schweißverlust bei Frauen geht aus einem kleineren Wasservorrat – relativ gesehen ist die Belastung ähnlich groß.

3. Was das Geschlecht wirklich erklärt

Das Geschlecht selbst erklärt von diesen Unterschieden erstaunlich wenig. Eine Auswertung der University of Wollongong (Notley et al., 2017, veröffentlicht in Experimental Physiology) mit 36 Männern und 24 Frauen kommt zu dem Ergebnis, dass sich höchstens fünf Prozent der Unterschiede beim Schwitzen auf das Geschlecht zurückführen lassen.

Den größeren Teil erklären Körpergröße und Körperform. Kleinere Menschen schwitzen weniger als größere, weil ihre Körperoberfläche im Verhältnis anders ausfällt und sie weniger Masse zu kühlen haben. Frauen sind im Schnitt kleiner und leichter, und deshalb landen sie in der Statistik unten.

Für dich heißt das zweierlei. Wenn du klein und leicht bist, liegst du in der Spanne unten, unabhängig vom Geschlecht. Und ein zierlicher Mann ist in derselben Lage wie eine gleich große Frau, auch wenn kaum ein Produkt in diesem Regal so tut.

Diese Einordnung ist auch der Grund, warum pauschale Aussagen über Frauen und Schwitzen mit Vorsicht zu behandeln sind. Was zählt, ist deine Körpergröße, dein Trainingszustand und wie stark du persönlich schwitzt, nicht dein Geschlecht.

Kernaussage: Der Hauptfaktor für Schweißunterschiede ist die Körpergröße, nicht das biologische Geschlecht.

4. Warum Hitze Frauen trotzdem stärker zusetzt

Bei Hitze kehrt sich der vermeintliche Vorteil um. Wer später anfängt zu schwitzen, kühlt später, und wer weniger Körperwasser mitbringt, hat weniger Puffer für den Verlust. Beides zusammen bedeutet: Der Körper heizt sich schneller auf und kommt schlechter wieder herunter.

In einer AOK-Befragung unter mehr als 3.000 Personen berichteten 36,6 Prozent der Frauen von hitzebedingten Beeinträchtigungen. Bei den Männern waren es 29,3 Prozent.

Das ist die Hälfte der Geschichte, die in der Kategorie selten erzählt wird. Wer nur die Zeile „Frauen schwitzen weniger, also brauchen sie weniger“ mitnimmt, hat den Befund halbiert. Der zweite Teil lautet: Frauen kommen mit weniger Reserve in denselben heißen Tag.

Kernaussage: Bei Hitze sind Frauen eher im Nachteil, weil die Kühlung später einsetzt und der Wasserpuffer kleiner ist.

5. Was das praktisch heißt

Aus all dem folgen drei konkrete Konsequenzen für den Alltag, und sie betreffen den Zeitpunkt genauso wie die Menge.

Erstens: vorher statt nachher. Weil die Kühlung bei einer höheren Körpertemperatur einsetzt, liegt der Körper schon im Rückstand, wenn das Schwitzen sichtbar wird.

Zweitens: die Portion an den Körper hängen, nicht an die Sportart. Bei 60 bis 70 Kilo sind rund 400 Milligramm Natrium eine passende Größenordnung, bei 90 Kilo und drei Stunden Belastung eine zu kleine.

Drittens: auf die Raumtemperatur schauen, nicht auf die Dauer. Vierzig Minuten im warmen Studio kosten mehr als eine Stunde bei zwölf Grad draußen. Und wer wenig Trainingsvorerfahrung hat, kühlt am langsamsten. In der Untersuchung aus Osaka und Kobe lag die Schwitzschwelle bei untrainierten Frauen am höchsten.

Wie viel Natrium eine konkrete Laufrunde kostet und warum die meisten Pulver dafür zu hoch dosiert sind, steht im Laufartikel. Was Hormone und Zyklus zusätzlich verschieben, steht im Zyklusartikel.

Kernaussage: Praktisch heißt das nicht weniger Elektrolyte, sondern eine kleinere Portion zum richtigen Zeitpunkt – vorher statt nachher.

Praktische Anwendung: Elektrolyte für Frauen

Damit ist auch klar, woran sich eine Dosierung ausrichten sollte. Nicht an Mann oder Frau, sondern an der Größe des Körpers, der sie aufnimmt. Die rund 400 Milligramm Natrium in einem Stick LOOSH sind an 60 bis 70 Kilo ausgerichtet. Ein Stick mit 1.000 Milligramm passt zu einem deutlich schwereren Körper unter deutlich längerer Belastung, und für den ist er auch gebaut.

Ein Stick LOOSH morgens im Glas ist genau dafür gedacht, mit rund 400 Milligramm Natrium, 300 Milligramm Kalium und 61 Milligramm Magnesium als Magnesiumbisglycinat. Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei1 und hilft, Müdigkeit und Ermüdung zu verringern14.

Natrium pro Stick: 399,9 mg.

Häufig gestellte Fragen & Antworten

Schwitzen Frauen wirklich weniger als Männer?

Ja, Frauen schwitzen im Mittel etwa 0,57 Liter pro Stunde gegenüber 1,2 Liter bei Männern. Die National Strength and Conditioning Association nennt diese Werte für Sport. Eine Untersuchung der Universitäten Osaka und Kobe an 37 Personen zeigte zusätzlich, dass Frauen erst bei höherer Körpertemperatur voll zu schwitzen beginnen und der Abstand mit steigender Belastung wächst. Diese Werte sind allerdings Gruppenmittelwerte. Zwischen zwei einzelnen Personen desselben Geschlechts liegen oft größere Unterschiede als zwischen den Geschlechtern.

Liegt das am Geschlecht oder an der Körpergröße?

Überwiegend an der Körpergröße – höchstens fünf Prozent der Unterschiede lassen sich auf das Geschlecht zurückführen. Eine Auswertung der University of Wollongong mit 36 Männern und 24 Frauen kam 2017 zu diesem Ergebnis. Kleinere Menschen schwitzen weniger als größere, weil das Verhältnis von Körperoberfläche zu Masse anders ausfällt. Da Frauen im Schnitt kleiner und leichter sind, landen sie in der Statistik unten. Ein zierlicher Mann liegt in derselben Spanne wie eine gleich große Frau.

Brauchen Frauen deshalb weniger Elektrolyte?

Weniger in absoluten Milligramm, nicht weniger im Verhältnis. Der Wasseranteil am Körpergewicht liegt bei Frauen bei 52 bis 55 Prozent, bei Männern bei rund 60 Prozent. Ein kleinerer Verlust geht also aus einem kleineren Vorrat, und gemessen am Gesamtbestand fällt er ähnlich stark ins Gewicht. Praktisch heißt das: Eine Portion, die für einen großen, schweren Körper bei mehrstündiger Belastung gerechnet ist, passt nicht. Eine kleinere Dosierung, die zur eigenen Größenordnung passt, dagegen schon.

Warum macht mir Hitze mehr aus als anderen?

Zwei körperliche Faktoren wirken bei Hitze zusammen und setzen Frauen stärker zu. Wer erst bei höherer Körpertemperatur zu schwitzen beginnt, startet die Kühlung später. Und wer weniger Körperwasser mitbringt, hat weniger Puffer für den Verlust. Beides trifft im Mittel eher auf Frauen zu, und in einer AOK-Befragung unter mehr als 3.000 Personen berichteten entsprechend 36,6 Prozent der Frauen von hitzebedingten Beeinträchtigungen gegenüber 29,3 Prozent der Männer. Körpergröße, Trainingszustand und Gewöhnung an Wärme spielen zusätzlich hinein.

Ändert Training daran etwas?

Ja, Training verbessert die Kühleffizienz, aber bei Frauen weniger deutlich als bei Männern. In der Untersuchung aus Osaka und Kobe begannen trainierte Personen beider Geschlechter früher zu schwitzen als untrainierte, kühlten sich also effizienter. Der Trainingseffekt fiel bei Männern jedoch stärker aus, und die höchste Schwitzschwelle fand sich bei untrainierten Frauen. Wer mit Ausdauertraining anfängt, kühlt in den ersten Wochen also am langsamsten und merkt Hitze entsprechend deutlicher.

Woran erkenne ich, wie stark ich schwitze?

Der einfachste Weg ist der Vergleich des Körpergewichts vor und nach einer Einheit. Gemessen ohne Kleidung und nach dem Abtrocknen entspricht jedes fehlende Kilogramm ungefähr einem Liter Schweiß. Zusätzlich geben sichtbare Zeichen Hinweise auf den Salzanteil: weiße, krustige Ränder auf dunkler Sportkleidung, ein salziger Geschmack auf der Haut oder brennende Augen sprechen für höhere Natriumverluste. Wer nach einer Stunde nichts davon bemerkt, liegt eher im unteren Bereich.

Kurz gehalten

Frauen schwitzen im Mittel etwa halb so viel wie Männer und beginnen erst bei höherer Körpertemperatur damit. Der Grund dafür ist allerdings kaum das Geschlecht selbst, sondern überwiegend Körpergröße und Körperform.

Ein Vorteil ist der kleinere Verlust nicht. Mit 52 bis 55 Prozent Wasseranteil am Körpergewicht ist auch der Vorrat kleiner, aus dem er geht. Bei Hitze zeigt sich das als Nachteil, nicht als Einsparung.

Für die Praxis heißt das nicht weniger Elektrolyte, sondern eine kleinere Portion zum richtigen Zeitpunkt. Rund 400 Milligramm Natrium pro Stick statt 1.000, und getrunken, bevor der Tag heiß wird, statt danach. Genau dafür ist LOOSH gebaut.

Quellen

  • Ichinose-Kuwahara, Inoue et al., Experimental Physiology 2010, Universitäten Osaka und Kobe — Schwitzschwelle und Trainingseffekt bei Frauen und Männern: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • scinexx — deutsche Aufbereitung derselben Untersuchung: scinexx.de
  • science.ORF.at — Notley et al., University of Wollongong 2017, höchstens fünf Prozent der Unterschiede durch das Geschlecht erklärbar: science.orf.at
  • MSD Manual — Wasseranteil am Körpergewicht bei Frauen und Männern: msdmanuals.com
  • AOK — Befragung zu hitzebedingten Beeinträchtigungen bei Frauen und Männern: aok.de
  • Tagesspiegel — Schweißraten nach Angabe der National Strength and Conditioning Association: tagesspiegel.de