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Sind Elektrolyte jeden Tag sinnvoll?

Sind Elektrolyte jeden Tag sinnvoll?

LS
Leo Schollmeyer
Business Development LOOSH  ·  Lesezeit: 8 Minuten

Die Packung steht seit sechs Wochen neben der Kaffeemaschine. Morgens ein Stick ins Glas, Wasser drauf, umrühren, während der Rechner hochfährt. Es ist Routine geworden, so wie Zähneputzen.

Und irgendwann kommt der Moment, in dem du die Rückseite umdrehst und dich fragst: Ist das eigentlich okay, jeden Tag?

Die Frage ist berechtigt. Sie hat nur keine Antwort, solange sie so gestellt ist. Denn „Elektrolyte" ist keine Getränkesorte, sondern ein Sammelbegriff für Produkte, die zwischen 400 und über 1.000 Milligramm Natrium und zwischen null und dreißig Gramm Zucker pro Portion liegen. Bei manchen davon ist täglich genau richtig. Bei anderen wäre es das nicht.

TL;DR/Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Täglich ist sinnvoller als gelegentlich. Die Mineralstoffversorgung entscheidet sich über Wochen, nicht an einem einzelnen Tag – und beim Kalium erreichen laut Nationaler Verzehrsstudie 56 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen mittleren Alters den Referenzwert nicht.
  • Elektrolyte machen aus getrunkenem Wasser nutzbare Flüssigkeit. Reines Wasser wird zu einem erheblichen Teil wieder ausgeschieden. Getränke mit Natrium und Kalium werden messbar länger im Körper gehalten.
  • Natrium ist der Wirkstoff – nur brauchst du davon am wenigsten zusätzlich. Ohne Natrium funktioniert kein Elektrolytgetränk. Salz nehmen die meisten Menschen aber ohnehin reichlich über das Essen auf und brauchen im Glas keine großen Mengen obendrauf. Wirklich knapp ist Kalium.
  • Drei Werte entscheiden über die Alltagstauglichkeit: die Natriummenge, der Zuckergehalt und die Dosierung der Mikronährstoffe. Wir gehen jeden davon durch und zeigen, welche Zahl auf der Rückseite wirklich zählt.

Kurz: nicht ob, sondern welches.

Inhalt

  1. Was an einem ganz normalen Tag verloren geht
  2. Warum die Frage falsch gestellt ist
  3. Erste Prüfung: das Salz, das du schon hast
  4. Zweite Prüfung: der Zucker, den du 365 Mal trinkst
  5. Dritte Prüfung: die Dosierung, über die niemand redet
  6. Warum täglich mehr bringt als gelegentlich
  7. Häufig gestellte Fragen & Antworten
  8. Kurz gehalten

Was an einem ganz normalen Tag verloren geht

Der Körper gibt permanent Flüssigkeit ab, und zwar nicht nur beim Sport. Über die Haut, auch wenn du nichts davon merkst. Über die Atmung, mit jedem Ausatmen. Über die Nieren, den ganzen Tag. Und was dabei rausgeht, ist kein reines Wasser, sondern eine verdünnte Mineralstofflösung: vor allem Natrium und Chlorid, dazu kleinere Mengen Kalium und Magnesium.

Dazu kommt die zweite Hälfte der Rechnung, und die ist der eigentliche Alltagsfaktor: Kaum jemand trinkt so viel, wie er sich vornimmt. Laut der Trinkstudie der Techniker Krankenkasse vergessen 52 Prozent der Erwerbstätigen bei Stress das Trinken, und 45 Prozent verspüren schlicht keinen Durst. Durst ist ein zuverlässiger Regler, aber ein später.

Was daraus entsteht, ist selten ein Notfall. Es ist eher ein Gefühl: Der Nachmittag zieht sich, die Konzentration hält nicht, alles wirkt eine Spur anstrengender als sonst. Warum das so ist, steht ausführlich hier.

Elektrolytpulver setzen genau an dieser Stelle an: Mineralstoffe und Vitamine in einer Form, die man nebenbei trinkt. Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht1 bei, Kalium zu einer normalen Muskelfunktion11 und zur normalen Funktion des Nervensystems12.

So weit spricht nichts gegen einen täglichen Stick. Der Haken liegt woanders.

Warum die Frage falsch gestellt ist

Stell zwei Elektrolytpulver nebeneinander. Beide heißen so. Beide stehen im selben Regal. Und dann schau auf die Rückseiten.

Das eine bringt 400 Milligramm Natrium pro Portion, das andere über 1.000. Das eine ist zuckerfrei, das andere hat dreißig Gramm. Das sind keine Nuancen: Beim Salz ist das mehr als das Doppelte, beim Zucker ein Unterschied von 120 Kalorien im Glas.

Deshalb führt die Frage „Sind Elektrolyte jeden Tag sinnvoll?" ins Leere. Sie ist ungefähr so präzise wie die Frage, ob Getränke gesund sind. Kommt darauf an, welches.

Die beantwortbare Version lautet: Ist dieses Produkt so gebaut, dass es 365 Mal im Jahr in dein Glas darf? Dafür gibt es drei Prüfungen, die du in dreißig Sekunden auf jeder Packung machen kannst.

Erste Prüfung: das Salz, das du schon hast

Eins vorweg, weil es sonst falsch ankommt: Natrium ist kein notwendiges Übel in einem Elektrolytgetränk, sondern der Grund, warum es funktioniert. Ohne Natrium läuft Wasser weitgehend durch dich hindurch, mit Natrium bleibt es länger dort, wo es hinsoll. Die Frage lautet also nie, ob Salz hineingehört. Sie lautet, wie viel davon noch dazukommen muss.

Und da ist Natrium der einzige Elektrolyt, bei dem in Deutschland kein Mangel herrscht, sondern das Gegenteil.

Der Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei 6 Gramm Speisesalz am Tag, etwa ein Teelöffel. Die meisten Erwachsenen in Deutschland liegen darüber, und zwar allein über ganz normales Essen: Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichte, ein Abend im Restaurant. Salz ist im Alltag reichlich vorhanden, ohne dass ein Getränk etwas dazutun müsste.

Bei den übrigen Elektrolyten sieht es genau umgekehrt aus. Beim Kalium erreichen in der Altersgruppe zwischen 35 und 50 Jahren 56 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen den Referenzwert nicht.

Und genau hier laufen viele Elektrolytpulver an ihrem eigenen Anspruch vorbei. Sie liefern reichlich von dem einen, das ohnehin im Überfluss da ist, und dosieren zurückhaltend bei dem, was tatsächlich knapp ist. Salz ist billig, salzig schmeckt nach Wirkung, und eine große Zahl auf der Vorderseite verkauft sich gut.

Um zu sehen, wie groß die Zahl wirklich ist, muss man kurz umrechnen, denn auf Packungen steht Natrium und nicht Salz. Kochsalz besteht aus Natrium und Chlorid, und das Natrium macht davon nur rund vierzig Prozent des Gewichts aus. Man rechnet mal zweieinhalb.

Natrium pro Portion entspricht Salz Anteil am Richtwert von 6 g
400 mg 1,0 g rund 17 Prozent
800 mg 2,0 g rund 33 Prozent
1.000 mg 2,5 g rund 42 Prozent

Umrechnung Natrium in Salz mit dem Faktor 2,5. Richtwert der DGE: bis zu 6 g Speisesalz pro Tag.

Für einen Marathon bei dreißig Grad sind zweieinhalb Gramm Salz in einem Glas genau richtig. Da geht entsprechend viel raus, und was rausgeht, darf rein. Für einen normalen Arbeitstag mit einer Pilates-Class am Abend oder einem Morning Run vor dem ersten Call geht deutlich weniger raus – und dieselbe Menge liegt dann über dem, was tatsächlich zu ersetzen ist.

Deshalb hat LOOSH sich bewusst für 399,9 Milligramm Natrium pro Stick entschieden, also rund ein Gramm Salz und damit etwa ein Sechstel des Tagesrichtwerts. Nicht, weil weniger grundsätzlich besser wäre, sondern weil eine kleine Portion nach oben anpassbar ist und eine große nicht. Wer im Sommer lange läuft oder aus der Sauna kommt, nimmt zwei Sticks und liegt damit dort, wo andere Produkte fest eingestellt sind. Umgekehrt funktioniert das nicht.

Wer ohnehin auf seine Salzzufuhr achtet oder ärztlich dazu angehalten ist, sollte bei hoch dosierten Produkten besonders genau hinschauen.

Zweite Prüfung: der Zucker, den du 365 Mal trinkst

Dieselbe Logik, anderes Konto.

Klassische Elektrolyt- und Sportgetränke liegen bei vier bis acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter, auf einen halben Liter also bei 20 bis 40 Gramm. Das ist kein Konstruktionsfehler: Zucker hatte in diesen Rezepturen ursprünglich eine echte Funktion, und bei langer Ausdauerbelastung hat er sie bis heute.

Nur trifft dieselbe Rechnung zu wie beim Salz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gemeinsam mit der Deutschen Diabetes-Gesellschaft höchstens 50 Gramm freien Zucker am Tag, und Erwachsene in Deutschland liegen bereits an dieser Grenze oder darüber. Ein Getränk mit 30 Gramm belegt davon gut die Hälfte.

Einmal im Monat ist das folgenlos. Bei 365 Portionen im Jahr wird daraus eine Menge, die im Tagesbudget spürbar zu Buche schlägt.

Deshalb ist LOOSH zuckerfrei, also unter 0,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter im trinkfertigen Getränk. Der Geschmack kommt aus natürlichem Aroma und aus Steviolglykosiden, die auf die Blätter der Stevia-Pflanze zurückgehen, nicht aus Sucralose, Aspartam oder Acesulfam-K. Maltodextrin ist ebenfalls keines drin.

Warum überhaupt Zucker in Elektrolytgetränken ist und wann er einen Zweck hat, steht hier.

Dritte Prüfung: die Dosierung, über die niemand redet

Die dritte Prüfung ist die unbekannteste und für die Frage nach dem täglichen Gebrauch die aufschlussreichste.

Ein Elektrolytpulver ist rechtlich ein Nahrungsergänzungsmittel. Und für Nahrungsergänzungsmittel macht das Bundesinstitut für Risikobewertung konkrete Vorschläge, wie viel eines Nährstoffs in einer Tagesportion höchstens stecken sollte. Diese Vorschläge sind nicht willkürlich, sondern kalkuliert: Sie gehen ausdrücklich davon aus, dass jemand ein Produkt regelmäßig nimmt, daneben ganz normal isst und womöglich noch weitere Präparate schluckt. Beim Vitamin B6 rechnet das BfR für diesen Mehrfachfall sogar einen Sicherheitsfaktor von zwei ein.

Genau deshalb ist diese Zahl der ehrlichste Alltagstest, den es gibt. Ein Produkt, das innerhalb dieser Vorschläge bleibt, ist auf regelmäßige Einnahme ausgelegt.

Nährstoff BfR-Vorschlag je Tagesportion LOOSH pro Stick
Magnesium 250 mg 61 mg
Zink 6,5 mg 1,5 mg
Vitamin B6 0,9 mg 0,7 mg

Höchstmengenvorschläge des Bundesinstituts für Risikobewertung für Nahrungsergänzungsmittel. Wissenschaftliche Empfehlungen, keine gesetzlichen Grenzwerte.

Zum Einordnen: Die europäische Behörde EFSA hat 2023 die tolerierbare Gesamtaufnahme für Vitamin B6 auf 12 Milligramm pro Tag festgelegt, aus allen Quellen zusammen. Der BfR-Vorschlag von 0,9 Milligramm für ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel liegt weit darunter, weil er den Mehrfachgebrauch bereits einkalkuliert.

LOOSH liegt bei allen drei Nährstoffen innerhalb dieser Vorschläge, bei Magnesium und Zink um ein Vielfaches. Genau so ist ein Stick auch gebaut: fünf Gramm, in denen jede Zutat eine Aufgabe hat, statt einer Maximaldosis, die man sich nur gelegentlich leisten kann. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise bleiben die Grundlage, und die angegebene empfohlene Tagesverzehrmenge sollte nicht überschritten werden.

Warum täglich mehr bringt als gelegentlich

Bis hierhin ging es darum, was ein Produkt können muss, damit täglich unproblematisch ist. Die interessantere Frage ist die andere Richtung: Warum ist täglich überhaupt besser als hin und wieder?

Dafür gibt es drei Gründe, und keiner davon ist Marketing.

Erstens: Deine Versorgung ist ein Durchschnitt, kein Einzeltag. Ob du ausreichend Mineralstoffe bekommst, entscheidet sich nicht an einem Dienstag, sondern über Wochen. Und die Zahlen dazu stehen schon weiter oben: 56 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen zwischen 35 und 50 erreichen den Kalium-Referenzwert nicht. Das ist keine Ausnahmesituation, das ist der Normalzustand. Eine Lücke, die dauerhaft besteht, schließt man nicht mit einem Getränk nach dem Sport.

Zweitens: Mit Mineralstoffen bleibt mehr von dem Wasser, das du trinkst. Das ist der Teil, den die meisten unterschätzen. Wer einen Liter reines Wasser trinkt, scheidet einen erheblichen Teil davon in den nächsten Stunden wieder aus, weil die Konzentration im Blut sinkt und die Nieren gegensteuern. Die Sportwissenschaft misst das über den Beverage Hydration Index, bei dem Wasser als Referenzwert 1,0 gesetzt wird. Getränke mit Natrium und Kalium liegen darüber: Die Urinausscheidung in den Stunden danach fällt geringer aus, die Flüssigkeit bleibt also länger dort, wo sie hinsoll. Anders gesagt: Elektrolyte sind nicht das, was du zusätzlich zum Wasser trinkst. Sie sind das, was aus getrunkenem Wasser nutzbare Flüssigkeit macht.

Drittens: Routine schlägt Bedarf. Der praktischste Grund, und der, an dem die meisten Vorsätze scheitern. Wer Elektrolyte nur dann nehmen will, wenn er sie braucht, muss jeden Tag neu entscheiden, ob heute so ein Tag ist. Das funktioniert ungefähr zwei Wochen. Ein fester Punkt im Tagesablauf funktioniert dauerhaft, weil die bestehende Gewohnheit die Erinnerung übernimmt. Der Stick beim Hochfahren des Rechners oder direkt nach dem Aufstehen ist deshalb der praktikabelste Weg. Mehr zu diesen Ankerpunkten hier.

Dazu kommen die Tage, an denen es doppelt zählt, weil real mehr rausgeht:

  • Hitze. Der Sommertag draußen, die dritte heiße Nacht in Folge, die Bahn ohne Klimaanlage. Schwitzen ist Temperaturregelung und hat mit Anstrengung wenig zu tun.
  • Sauna, Training, Studio. Der Klassiker, und gleichzeitig der Moment, in dem am seltensten nachgefüllt wird, weil man einfach nur duschen will.
  • Reisen. Lange Flüge, trockene Kabinenluft, ein Tag im Zug, an dem das Trinken hinten runterfällt.
  • Lange Abende. Alkohol steigert die Flüssigkeitsausscheidung. Der Morgen danach ist selten eine Frage des Willens.
  • Tage mit zu wenig Wasser. Der häufigste Fall, und der, den man am ehesten übersieht.

Schau die Liste einmal durch und zähl, an wie vielen Tagen der letzten Woche mindestens einer dieser Punkte zutraf. Bei den meisten Menschen ist die Antwort: an fast allen.

Häufig gestellte Fragen & Antworten

Sind Elektrolyte jeden Tag sinnvoll?

Ja, sofern das Produkt dafür gebaut ist. Für regelmäßige Zufuhr spricht, dass sich die Mineralstoffversorgung über Wochen entscheidet und viele Menschen die Referenzwerte dauerhaft nicht erreichen – beim Kalium sind es laut Nationaler Verzehrsstudie 56 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen mittleren Alters. Entscheidend ist die Auswahl: Ein Pulver mit rund 400 Milligramm Natrium, ohne Zucker und mit Vitamin- und Mineralstoffmengen innerhalb der BfR-Höchstmengenvorschläge ist auf täglichen Gebrauch ausgelegt. Ein Produkt mit über 1.000 Milligramm Natrium und 30 Gramm Zucker ist es nicht.

Wie viel Natrium sollte ein Elektrolytgetränk für den Alltag enthalten?

Marktüblich sind rund 400 bis über 1.000 Milligramm pro Portion, also 1 bis 2,5 Gramm Salz. Für den Alltag ist die untere Hälfte dieser Spanne die passende Größenordnung, weil Erwachsene in Deutschland ihren Salzrichtwert von 6 Gramm pro Tag ohnehin mehrheitlich überschreiten. Hohe Dosierungen sind für lange Belastung bei Hitze gedacht.

Kann man zu viele Elektrolyte zu sich nehmen?

Bei Natrium ist die Größenordnung im Alltag relevant: Die meisten Erwachsenen in Deutschland überschreiten den Richtwert von 6 Gramm Salz pro Tag bereits über die normale Ernährung, ohne dass ein Getränk beteiligt wäre. Für Mineralstoffe und Vitamine gibt es tolerierbare Gesamtaufnahmemengen, an denen sich die Höchstmengenvorschläge des BfR für Nahrungsergänzungsmittel orientieren. Wer täglich supplementiert, sollte innerhalb dieser Werte bleiben und die empfohlene Tagesverzehrmenge nicht überschreiten.

Sind Elektrolyte mit Zucker für den täglichen Gebrauch geeignet?

Weniger gut. 20 bis 40 Gramm Zucker pro Portion sind für Ausdauerbelastung ab etwa 90 Minuten gedacht, wo Kohlenhydrate als Energiequelle gebraucht werden. Täglich getrunken belegen sie einen erheblichen Teil der empfohlenen Höchstmenge von 50 Gramm freiem Zucker pro Tag, die Erwachsene in Deutschland ohnehin schon ausschöpfen.

Ersetzen Elektrolyte das Trinken von Wasser?

Nein, sie machen das Wasser wirksamer. Ein Elektrolytpulver wird in Wasser aufgelöst und ergänzt Mineralstoffe, die Leitungswasser kaum liefert. Dazu kommt ein messbarer Effekt auf die Flüssigkeitsbilanz: Getränke mit Natrium und Kalium werden im Vergleich zu reinem Wasser länger im Körper gehalten, weil die Urinausscheidung in den Stunden danach geringer ausfällt. Untersucht wird das über den sogenannten Beverage Hydration Index.

Braucht man Elektrolyte auch ohne Sport?

Ja, der Bedarf hängt nicht an der sportlichen Aktivität, sondern an der Bilanz aus Schwitzen, Trinkmenge und Ernährung. Über Haut, Atmung und Nieren gibt der Körper permanent Flüssigkeit und Mineralstoffe ab, auch an einem ruhigen Tag. Hitze, Sauna, Reisen, lange Arbeitstage, wenig Trinken oder eine kohlenhydratarme Ernährung erhöhen den Bedarf zusätzlich.

Kurz gehalten

Ob Elektrolyte jeden Tag sinnvoll sind, beantwortet nicht die Kategorie, sondern die Rückseite der Packung.

Drei Blicke reichen. Wie viel Natrium steckt drin, und wie viel Salz sind das mal zweieinhalb? Wie viel Zucker kommt bei 365 Portionen im Jahr zusammen? Und liegen die Vitamin- und Mineralstoffmengen innerhalb dessen, was das BfR für Nahrungsergänzungsmittel vorschlägt?

Ein Produkt, das diese drei Prüfungen besteht, gehört jeden Tag ins Glas, weil sich Versorgung über Wochen entscheidet und nicht an einzelnen Tagen. Eines, das für den Wettkampf gebaut wurde, gehört in den Wettkampf.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung — FAQ Speisesalz: Richtwert 6 g pro Tag, tatsächliche Zufuhr in Deutschland, Umrechnung Natrium in Salz: dge.de
  • Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2 — Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen in Deutschland: bmleh.de
  • Bundesinstitut für Risikobewertung — Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln: bfr.bund.de
  • Bundesinstitut für Risikobewertung — Höchstmengenvorschläge für Zink in Nahrungsergänzungsmitteln: bfr.bund.de
  • Bundesinstitut für Risikobewertung — Höchstmengenvorschläge für Vitamin B6, Aktualisierung 2024: bfr.bund.de
  • EFSA — Tolerable upper intake level für Vitamin B6, 2023: efsa.onlinelibrary.wiley.com
  • Deutsche Diabetes-Gesellschaft — Höchstens 50 Gramm Zucker pro Tag, gemeinsame Empfehlung von DGE, DAG und DDG: ddg.info
  • Maughan RJ et al. — A randomized trial to assess the potential of different beverages to affect hydration status (Beverage Hydration Index): pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Techniker Krankenkasse — Trink Was(ser), Deutschland! TK-Trinkstudie 2019: tk.de