Zwei Elektrolytpulver stehen nebeneinander. Auf beiden steht zuckerfrei. Das eine besteht zu einem guten Teil aus Maltodextrin, das andere nicht. Beide dürfen das, und beide sagen die Wahrheit.
Das ist kein Betrug, sondern eine Definitionsfrage. Und es ist der Grund, warum die Vorderseite einer Packung fast nie die interessante Seite ist.
TL;DR/Das Wichtigste auf einen Blick:
- Maltodextrin zählt in der Nährwerttabelle nicht als Zucker, obwohl es aus Glukoseketten besteht. Ein Pulver kann überwiegend daraus bestehen und trotzdem bei null Gramm Zucker stehen – die Zutatenliste verrät es.
- „Zuckerfrei" ist gesetzlich geregelt (höchstens 0,5 g je 100 ml), „zuckerarm" erlaubt das Fünffache, „ohne Zuckerzusatz" hat gar keine Obergrenze.
- Süßungsmittel stehen ganz unten in der Zutatenliste. Sucralose, Acesulfam-K und Aspartam sind synthetisch, Steviolglykoside gehen auf die Stevia-Pflanze zurück – LOOSH süßt mit Steviolglykosiden.
- Natrium ist kein notwendiges Übel, sondern der Grund, warum ein Elektrolytgetränk funktioniert. Natrium mal 2,5 ergibt die Salzmenge – entscheidend ist, dass sie zu deinem Tag passt.
Vier Stellen, an denen die Packung etwas anderes meint, als du liest.
Inhalt
- Maltodextrin: der Zucker, der offiziell keiner ist
- „Ohne Zuckerzusatz": der Satz, der am meisten verspricht und am wenigsten hält
- Süßungsmittel: die Zeile ganz unten
- Natrium: die Zahl, die nach wenig aussieht
- Wie schneidet LOOSH bei diesen vier Prüfungen ab?
- Häufig gestellte Fragen & Antworten
- Kurz gehalten
Maltodextrin: der Zucker, der offiziell keiner ist
Unter „davon Zucker" steht in der Nährwerttabelle nur, was chemisch Ein- oder Zweifachzucker ist. Traubenzucker, Haushaltszucker, Fruchtzucker. Maltodextrin besteht aus längeren Ketten desselben Zuckerbausteins, und die zählen nicht mit. Sie laufen unter Kohlenhydraten.
Ein Pulver kann also zu einem erheblichen Teil aus Maltodextrin bestehen und in der Tabelle trotzdem bei null Gramm Zucker landen.
Maltodextrin ist deswegen nicht schlecht. Es wird aus Stärke hergestellt, dient als Trägerstoff und Füllmittel, macht Pulver rieselfähig und liefert bei langer Ausdauerbelastung schnell verfügbare Kohlenhydrate. Wer vier Stunden auf dem Rad sitzt, hat einen Grund dafür. Im Büro oder nach einer Pilates-Stunde liefert es vor allem Kalorien ohne Funktion.
Wo du es findest: in der Zutatenliste, nicht in der Nährwerttabelle. Und weil Zutaten nach Gewicht sortiert sind, sagt dir die Position alles. Steht Maltodextrin an erster oder zweiter Stelle, kaufst du überwiegend Maltodextrin.
„Ohne Zuckerzusatz": der Satz, der am meisten verspricht und am wenigsten hält
Drei Formulierungen, die auf Vorderseiten fast gleich aussehen und drei verschiedene Dinge bedeuten. Je weiter unten in dieser Pyramide, desto mehr Zucker ist erlaubt.
Alle drei Angaben sind zulässig und alle drei stimmen. Nur bedeuten sie etwas völlig Verschiedenes.
Zuckerfrei ist die enge Spitze. Höchstens ein halbes Gramm Zucker pro hundert Milliliter im fertigen Getränk. Das ist geregelt, da kann sich niemand rausreden.
Zuckerarm erlaubt das Fünffache davon. Ein Wort Unterschied, Faktor fünf.
Ohne Zuckerzusatz ist der breite Boden. Es heißt nur, dass niemand nachträglich gesüßt hat. Was von Natur aus drin ist, darf drin bleiben, in jeder Menge. Bei allem mit Fruchtpulver ist das der entscheidende Unterschied. Es gibt allerdings einen Verräter: Enthält so ein Produkt nennenswert Zucker, muss der Hinweis „enthält von Natur aus Zucker" mit auf die Packung. Wer den findet, weiß Bescheid.
Süßungsmittel: die Zeile ganz unten
Wenn kein Zucker drin ist und es trotzdem süß schmeckt, süßt etwas anderes. In Elektrolytpulvern sind das fast immer Sucralose, Acesulfam-K, Aspartam oder Steviolglykoside. Sie stehen ganz unten in der Zutatenliste, hinter dem Wort Süßungsmittel, meistens in kleinerer Schrift als alles andere auf der Packung.
Der Unterschied zwischen ihnen liegt nicht darin, dass die einen gefährlich und die anderen harmlos wären. Alle vier sind geprüft, in der EU zugelassen und haben einen festgelegten Grenzwert für die tägliche Aufnahme. Der Unterschied liegt in der Herkunft. Sucralose, Acesulfam-K und Aspartam werden synthetisch hergestellt und kommen in dieser Form in der Natur nicht vor. Steviolglykoside gehen auf die Blätter der Stevia-Pflanze zurück.
Bei Aspartam kommt eine Besonderheit dazu, die dir das Suchen abnimmt. Steht irgendwo auf der Packung „enthält eine Phenylalaninquelle", ist Aspartam drin. Der Hinweis ist Pflicht, weil Menschen mit einer bestimmten Stoffwechselerkrankung Phenylalanin meiden müssen. Für alle anderen ist er vor allem ein zuverlässiges Erkennungszeichen.
Und in eigener Sache: LOOSH süßt mit Steviolglykosiden. Das ist eine Entscheidung und keine Notwendigkeit, denn die synthetischen Süßstoffe sind günstiger und in der Rezeptur einfacher zu handhaben.
Natrium: die Zahl, die nach wenig aussieht
Auf einer Packung stehen 400 Milligramm Natrium. Auf einer anderen 1.000. Klingt beides überschaubar, ist es aber nicht, denn Natrium und Salz sind nicht dasselbe.
Kochsalz besteht aus Natrium und Chlorid, und das Natrium macht davon nur rund vierzig Prozent des Gewichts aus. Man rechnet mal zweieinhalb. Aus 400 Milligramm Natrium wird also etwa ein Gramm Salz, aus 1.000 Milligramm werden zweieinhalb. Zweieinhalb Gramm sind ungefähr ein halber Teelöffel, in einem Glas.
Und jetzt der Teil, den die meisten Artikel zu diesem Thema falsch erzählen. Natrium ist in einem Elektrolytgetränk kein notwendiges Übel, sondern der Grund, warum es funktioniert. Ohne Natrium läuft Wasser weitgehend durch dich hindurch. Mit Natrium bleibt es dort, wo es hinsoll. Deshalb ist die Frage nicht, wie wenig Natrium ein Pulver enthält, sondern ob die Menge zu dem passt, was du tatsächlich verloren hast.
Wer bei dreißig Grad einen Marathon läuft, verliert viel und darf viel nachfüllen. Wer zwischen zwei Calls am Schreibtisch sitzt, verliert wenig, und ein halber Teelöffel Salz wäre schlicht am Bedarf vorbei. Dieselbe Zahl kann für den einen richtig und für den anderen unsinnig sein. Ein Elektrolytpulver ist keine Ware, bei der mehr besser ist.
Wie schneidet LOOSH bei diesen vier Prüfungen ab?
Es wäre ziemlich billig, vier Prüfungen aufzuschreiben und die eigene Packung davon auszunehmen. Also LOOSH durch dieselben vier.
Maltodextrin. Ein Stick wiegt fünf Gramm, ungefähr ein gehäufter Teelöffel. Da hinein passt genau das, was gebraucht wird, und sonst nichts. Für einen Füllstoff, der das Pulver streckt und im Glas nichts beiträgt, bleibt kein Platz. Maltodextrin steht deshalb nicht in unserer Zutatenliste, und es stand auch nie zur Debatte.
Zuckerfrei. Wir haben uns für die enge Spitze der Pyramide entschieden, nicht für den bequemen Boden. Der Geschmack kommt aus natürlichem Aroma und nicht aus Zucker. Wer Gurke Zitrone trinkt, schmeckt Gurke und Zitrone.
Süßungsmittel. Steviolglykoside. Das ist der Punkt, an dem wir am längsten gerechnet haben, denn Sucralose wäre günstiger gewesen und deutlich einfacher einzustellen. Für ein Produkt, das Menschen jeden Tag trinken sollen, wollten wir aber kein synthetisches Süßungsmittel.
Natrium. 399,9 Milligramm pro Stick, also rund ein Gramm Salz. Das liegt bewusst am unteren Ende der Marktspanne, und zwar aus einem praktischen Grund: Eine kleinere Portion lässt sich nach oben anpassen, eine große nicht. Wer wenig verliert, nimmt einen Stick. Wer im Sommer einen langen Lauf macht oder aus der Sauna kommt, nimmt zwei und liegt damit dort, wo andere Produkte fest eingestellt sind.
Und weil die Zutatenliste ohnehin der ehrlichste Teil jeder Packung ist, hier der Rest davon. Das Aroma ist natürlich. Die Farbe kommt aus einem Konzentrat aus Saflor und Spirulina, also aus einem färbenden Lebensmittel und nicht aus einem Farbstoff mit E-Nummer. Künstliche Süßstoffe wie Sucralose, Aspartam oder Acesulfam-K sind keine drin. Was auf der Vorderseite steht, muss die Rückseite aushalten.
Das enthaltene Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht1 bei, Kalium zu einer normalen Muskelfunktion11 und zur normalen Funktion des Nervensystems12. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise bleiben die Grundlage.
- Alle sieben Werte und die vollständige Zutatenliste: Inhaltsstoffe
- Grundlagen zum Nachlesen: Elektrolyte einfach erklärt
Häufig gestellte Fragen & Antworten
Was bedeutet „zuckerfrei" bei Elektrolyten genau?
Die Angabe ist gesetzlich geregelt: höchstens 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder 100 Milliliter, bezogen auf das trinkfertige Getränk. „Zuckerarm" erlaubt das Fünffache, und „ohne Zuckerzusatz" sagt nur, dass nicht nachträglich gesüßt wurde. Von Natur aus enthaltener Zucker darf dort in beliebiger Menge vorkommen.
Kann ein zuckerfreies Produkt Maltodextrin enthalten?
Ja, und das ist der häufigste Fall von beidem gleichzeitig. Maltodextrin besteht überwiegend aus längeren Glukoseketten, die in der Nährwerttabelle als Kohlenhydrat zählen und nicht als Zucker. Deshalb ist die Zutatenliste aussagekräftiger als die Vorderseite.
Welche Süßungsmittel stecken üblicherweise in Elektrolytpulver?
Meistens Sucralose, oft kombiniert mit Acesulfam-K, außerdem Aspartam und Steviolglykoside. Sie stehen am Ende der Zutatenliste hinter dem Wort „Süßungsmittel". Steht auf der Packung „enthält eine Phenylalaninquelle", ist Aspartam enthalten. LOOSH süßt mit Steviolglykosiden.
Wie viel Natrium sollte in einem Elektrolytpulver stecken?
Das hängt davon ab, wie viel du verlierst. Marktüblich sind rund 200 bis über 1.000 Milligramm pro Portion, was etwa einem halben bis zweieinhalb Gramm Salz entspricht. Hohe Dosierungen sind für lange Belastung bei Hitze gedacht. Für einen normalen Arbeitstag ist die Größenordnung deutlich kleiner.
Ist Natrium in einem Elektrolytgetränk nicht ungesund?
Natrium ist der Grund, warum ein Elektrolytgetränk überhaupt funktioniert: Ohne es bleibt das Wasser nicht dort, wo es hinsoll. Anders als Salz im Essen, das zu dem dazukommt, was ohnehin da ist, ersetzt das Natrium im Getränk etwas, das der Körper abgegeben hat. Entscheidend ist deshalb, dass die Menge zur Situation passt.
Warum steht bei Natrium keine Prozentangabe?
Weil für Natrium keine Referenzmenge festgelegt ist, an der sich ein Prozentwert berechnen ließe. Für Salz gibt es eine, nämlich 6 Gramm am Tag. Rechnet man Natrium mal 2,5 in Salz um, lässt sich der Anteil also doch bestimmen.
Kurz gehalten
Vier Blicke, und keiner davon geht auf die Vorderseite. Steht Maltodextrin in der Zutatenliste und wie weit vorne? Heißt es wirklich zuckerfrei oder nur ohne Zuckerzusatz? Womit ist gesüßt? Und passt die Natriummenge zu dem, was du an dem Tag tatsächlich vorhast?
Danach weißt du über ein Elektrolytpulver mehr als aus jeder Produktbeschreibung.
- Sorten und Boxen ansehen: LOOSH probieren
Quellen
- Verbraucherzentrale — Werbung mit Nährwertangaben, Grenzwerte für „zuckerfrei", „zuckerarm" und „ohne Zuckerzusatz": verbraucherzentrale.de
- Lebensmittelklarheit — Angabe „Kohlenhydrate, davon Zucker" in der Nährwerttabelle: lebensmittelklarheit.de
- Verbraucherzentrale — Fragen und Antworten zu Salz, Umrechnung Natrium in Kochsalz: verbraucherzentrale.de
- § 4 Nahrungsergänzungsmittelverordnung — Kennzeichnung, Mengenangaben und Referenzmengen: gesetze-im-internet.de